TSE

Durch das „Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen“ aus dem Jahr 2016 wurde die Abgabenordnung u. a. um §146a erweitert, welcher ab dem 01.01.2020 anzuwenden ist. Gemäß §146a AO sind das elektronische Aufzeichnungssystem (Registrierkassen, computergestützte Kassensysteme) und die digitalen Aufzeichnungen (Kassenein- und ausgaben) durch eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung (TSE) zu schützen.

Desweiteren wurde das Bundesministerium der Finanzen ermächtigt, durch Rechtsverordnung einige Bestimmungen näher zu definieren, was es durch die erlassende Kassensicherungsverordnung (KasennSichV) im September 2017 getan hat.

Erst durch den Anwendungserlass zur Abgabenordnung zu § 146a AO von Juni 2019 und der Beschreibung einer Schnittstelle für den Export von Daten aus elektronischen Aufzeichnungssystemen für die Datenträgerüberlassung ("Z3-Zugriff") im Rahmen von Außenprüfungen sowie Kassen-Nachschauen, die im August 2019 erschienen ist, war es den Anbietern einer TSE möglich, mit der Umsetzung zu beginnen. 

Momentan gibt es in Deutschland noch keine zertifizierte TSE. Alle Anbieter warten auf die Abnahme beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Funktionsweise der TSE

Das Kassensystem überträgt bei jeder kassenbestandsverändernden Buchung Betrag und Zeitpunkt an die TSE, welche diese Daten mit einer eindeutigen Signatur erweitert und im Speicher der TSE sichert. Diese Signatur wird an das Kassensystem zurückgegeben, das die Buchung, ergänzt mit dieser Signatur, ebenfalls speichert.

Die TSE besitzt nun eine Kopie der kassenbestandsverändernden Buchung. Nachträgliche Manipulationen am Kassensystem würden bei einer Kassennachschau auffallen, da die Daten nicht mit denen der TSE übereinstimmen.

Verschiedene Versionen der TSE

Es gibt eine Online-TSE, d.h. das Kassensystem schickt die Daten über eine verschlüsselte Leitung zu dem Betreiber einer TSE und enthält eine entsprechende Signatur zurück.

Als Alternative für Kassensysteme, die keine Online Anbindung haben, gibt es eine Offline-TSE auf einem USB-Stick. Das Kassensystem schickt die Daten zum eingesteckten USB-Stick und erhält eine entsprechende Signatur zurück. Die TSE auf dem USB-Stick läuft genau 5 Jahre ab der ersten Signatur, danach ist sie unbrauchbar und muss erneuert werden.

KomCash 6 kann sowohl mit der Online- als auch der Offline-TSE betrieben werden.

Änderungen für den Benutzer von KomCash

Der Benutzer wird beim Buchungsvorgang keine Veränderungen merken. Das Signieren der TSE geschieht im Hintergrund.

Der Beleg wird mehr Daten beinhalten. So müssen u. a. der Zeitpunkt des Vorgangbeginns sowie der Vorgangsbeendigung, die Seriennummer der TSE und die Transaktionsnummer auf dem Beleg für jedermann ohne maschinelle Unterstützung sichtbar sein.

Wahrscheinlich wird es auch einen QRCode auf dem Beleg geben, damit der Prüfer bei einer Kassennachschau den Beleg leichter überprüfen kann.

KomCash 6 wird spätestens Anfang Dezember 2019 zur Verfügung stehen und alle gesetzlichen Anforderungen ab dem 01.01.2020 erfüllen.